Antonio Latella kehrt mit seinem neuen Stück an das LAC zurück, das von Linda Dalisi geschrieben wurde und von der legendären Figur der japanischen Comiczeichnerin Riyoko Ikeda, Lady Oscar, inspiriert ist, die hier von Sonia Bergamasco gespielt wird.
Oscar hat zu viel gesehen. Sie hat ihr Zuhause und alles, woran sie glaubte, hinter sich gelassen, um wie nie zuvor mitanzusehen, wie ihre Stadt und ihr Volk zerfallen. Dieses Bewusstwerden erlaubt es ihr nicht mehr, die Oscar zu sein, die von ihrem Vater, dem General de Jarjayes, im Dienste der Monarchie wie ein Mann erzogen wurde. Von diesem Moment an bricht etwas: Sie verliert einen Großteil ihrer Gewissheiten und vor allem ihrer Identität und verwandelt sich in ein unvollendetes Wesen.
„Es ist diese Unvollkommenheit“, sagt Latella, „die mich bewegt und mich zu etwas Fernem führt. Etwas, an das ich mich auch heute noch nur schwer erinnern und daher nur schwer in mein Herz zurückholen kann; genau wie Oscar weiß ich nicht mehr, wann in mir der Wandel stattfand, wann mir bewusst wurde, dass ich unvollendet und unzulänglich bin, aber diese Unzulänglichkeit ist ein kraftvoller Balsam, um jenen kreativen Prozess anzustoßen, den ich seit jeher zu bewahren und zu schützen versuche.“