Samstag 10 April

Teatrostudio
10.- CHF

19:00

Davide Broggini, compositore&performer 
Giulio Cattaneo, compositore&performer 
Federico Pezzatini, compositore&performer 
Fabrizio Rosso, stage design 

Das Projekt untersucht den vielschichtigen Charakter, den das Konzept des Gedächtnisses in der heutigen Zeit annimmt, und setzt dabei die fortschreitende Ausweitung digitaler Speicher mit der allmählichen Schwächung des biologischen und zerebralen Gedächtnisses in Beziehung. In einem Kontext, in dem die Datenspeicherung immer mehr Platz und Energie beansprucht, wird die Übernahme des gelebten Gedächtnisses durch das delegierte Gedächtnis immer offensichtlicher. Die Frage, die wir uns stellen, lautet: Inwieweit definieren digitale Archivierungssysteme die menschlichen Gedächtnisprozesse neu oder ersetzen sie sogar? Was bleibt bestehen, wenn das individuelle Gedächtnis verblasst oder gelöscht wird? Es wird versucht zu beobachten, wie sich die Digitalisierung des Gedächtnisses, die mittlerweile eine direkte Weiterentwicklung des Menschen darstellt, sowohl als Erweiterung der Gedächtnisleistung als auch als kognitiver Verfall auf individueller und schließlich kollektiver Ebene erweisen kann. Die Arbeit ist als kollektives Werk konzipiert, in dem die verschiedenen Autorenpersönlichkeiten auf dasselbe Archiv von Klang-Erinnerungen zurückgreifen und diese nach einer offenen Erzähllinie neu interpretieren, die in allen Phasen des kreativen Prozesses Abweichungen zulässt.
Die ursprünglichen Erinnerungen werden durch digitale Prozesse überarbeitet, abstrahiert und neu kombiniert, wobei sie sich mit weiteren Klangmaterialien verflechten und manchmal zu einer radikalen Veränderung ihrer ursprünglichen Gestalt führen. Das Projekt ist als akusmatisches Gemeinschaftswerk konzipiert, das für die Aufführung in einer Ambisonics-Umgebung gedacht ist, mit dem Ziel, eine immersive Erfahrung zu schaffen, in der der Klang zum wichtigsten narrativen und wahrnehmungsbezogenen Träger wird. Parallel zur akustischen Dimension sieht das Projekt eine bedeutende visuelle Komponente vor, die Maestro Fabrizio Rosso anvertraut ist, der die Dramaturgie der Klänge verstärken und die Transformation der Erinnerungen hervorheben wird.

Komponist, der in den Bereichen zeitgenössische Musik, Elektronik und Multimedia tätig ist. Er erwarb ein Diplom in Gitarre an der University of East London, anschließend ein Diplom in Angewandter Musik für Bildmedien mit Bestnote an der Civica Scuola di Musica „C. Abbado“ und schloss 2026 seinen Master in Komposition und Theorie am Conservatorio della Svizzera Italiana ab. Im Jahr 2025 absolvierte er den Kurs für Live-Elektronik an der Accademia Chigiana in Siena und erhielt das Diplom mit Auszeichnung. Im darauffolgenden Jahr wurde er Mitglied des Chigiana Live Electronics Ensemble. Er nahm an Meisterkursen bei Mauro Lanza, Francesca Verunelli, Ivan Fedele, Luis Naón, Marco di Bari, Eric Maestri und Miliça Djordjevic teil. Federico ist einer der drei künstlerischen Leiter von Ramificazioni, einem Festival für zeitgenössische Musik, das sich jungen Komponisten und Interpreten widmet. Seine Musik wurde in Italien, der Schweiz, England, Litauen und Südkorea aufgeführt.

Ein multidisziplinärer Künstler, dessen Schaffen sich über Musik, Kino, Live-Performance und Videokunst erstreckt. Er studierte Klavier an den Konservatorien von Turin, Zürich und Lugano und nahm Privatunterricht in Komposition bei Bruno Zanolini. Schließlich besuchte er Kurse in Filmregie an der USC School of Cinematic Arts in Los Angeles. Er arbeitete mit Karlheinz Stockhausen zusammen und wirkte an verschiedenen Projekten mit, darunter die Uraufführung und die Aufnahme von „Sonntags-Abschied“, dem letzten Stück des Opernzyklus „LICHT“. Seine Werke wurden an renommierten Orten und im Rahmen bedeutender Veranstaltungen präsentiert, darunter die Biennale di Venezia, die Berliner Festspiele, der Hangar Bicocca in Mailand, die Tonhalle Zürich, das Piccolo Teatro in Mailand, das Teatro Manzoni in Bologna, das Museo di Scienze in Turin, das Kunstmuseum Basel und das LAC Lugano.

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