Oggimusica Meets Code 2027

_nicht-persistenter Speicher

Teatrostudio

10.- CHF

Sa. 10.04

19:00

Oggimusica Meets Code 2027

_nicht-persistenter Speicher

Teatrostudio

10.- CHF

Sa. 10.04

19:00

Das Projekt untersucht den vielschichtigen Charakter, den das Konzept des Gedächtnisses in der heutigen Zeit annimmt, und stellt dabei einen Zusammenhang zwischen der fortschreitenden Ausweitung digitaler Speicher und der allmählichen Schwächung des biologischen und zerebralen Gedächtnisses her. In einem Kontext, in dem die Datenspeicherung immer mehr Platz und Energie beansprucht, wird die Übernahme des gelebten Gedächtnisses durch das delegierte Gedächtnis immer offensichtlicher. Die Frage, die wir uns stellen, lautet: Inwieweit definieren digitale Speichersysteme die menschlichen Gedächtnisprozesse neu oder ersetzen sie sogar? Was bleibt bestehen, wenn das individuelle Gedächtnis verblasst oder gelöscht wird? Wir versuchen zu beobachten, wie sich die Digitalisierung des Gedächtnisses – mittlerweile eine direkte Weiterentwicklung des Menschen – sowohl als Erweiterung der Gedächtnisleistung als auch als kognitiver Verfall auf individueller und schließlich kollektiver Ebene erweisen kann. Die Arbeit ist als kollektives Werk konzipiert, in dem die verschiedenen autorenbezogenen Subjektivitäten auf dasselbe Archiv aus Klang-Erinnerungen zurückgreifen und diese gemäß einer offenen Erzähllinie neu interpretieren, die in allen Phasen des kreativen Prozesses Abweichungen zulässt. 
Die ursprünglichen Erinnerungen werden durch digitale Prozesse überarbeitet, abstrahiert und neu kombiniert, wobei sie sich mit weiterem Klangmaterial verflechten und manchmal zu einer radikalen Veränderung ihrer ursprünglichen Gestalt führen. Das Projekt versteht sich als akusmatisches Gemeinschaftswerk, das für die Aufführung in einer Ambisonics-Umgebung konzipiert ist, mit dem Ziel, ein immersives Erlebnis zu schaffen, in dem der Klang zum wichtigsten narrativen und wahrnehmungsbezogenen Mittel wird. Parallel zur akustischen Dimension sieht das Projekt eine bedeutende visuelle Komponente vor, die Maestro Fabrizio Rosso anvertraut wurde; er wird die Dramaturgie der Klänge verstärken und die Transformation der Erinnerungen hervorheben.  

Komponist und Interpret

Davide Broggini

Komponist und Interpret

Giulio Cattaneo

Komponist und Interpret

Federico Pezzatini

Bühnenbild

Fabrizio Rosso

Komponist, der in den Bereichen zeitgenössische Musik, Elektronik und Multimedia tätig ist. Er schloss sein Gitarrenstudium an der University of East London ab, erwarb anschließend an der Civica Scuola di Musica „C. Abbado“ einen Abschluss in Angewandter Musik für Bildmedien mit Bestnote und erwarb 2026 den Master in Komposition und Theorie am Conservatorio della Svizzera Italiana. Im Jahr 2025 absolvierte er den Kurs „Live Electronics“ an der Accademia Chigiana in Siena und erhielt das Diplom mit Auszeichnung. Im darauffolgenden Jahr wurde er Mitglied des Chigiana Live Electronics Ensemble. Er nahm an Meisterkursen bei Mauro Lanza, Francesca Verunelli, Ivan Fedele, Luis Naón, Marco di Bari, Eric Maestri und Miliça Djordjevic teil. Federico ist einer der drei künstlerischen Leiter von „Ramificazioni“, einem Festival für zeitgenössische Musik, das sich jungen Komponisten und Interpreten widmet. Seine Musik wurde in Italien, der Schweiz, England, Litauen und Südkorea aufgeführt.  

Ein multidisziplinärer Künstler, dessen Schaffen sich zwischen Musik, Kino, Live-Performance und Videokunst bewegt. Er studierte Klavier an den Konservatorien von Turin, Zürich und Lugano und nahm Privatunterricht in Komposition bei Bruno Zanolini. Schließlich besuchte er Kurse in Filmregie an der USC School of Cinematic Arts in Los Angeles. Er arbeitete mit Karlheinz Stockhausen zusammen und wirkte an verschiedenen Projekten mit, darunter die Uraufführung und die Aufnahme von „Sonntags-Abschied“, dem letzten Stück des Opernzyklus „LICHT“. Seine Werke wurden an renommierten Orten und im Rahmen bedeutender Veranstaltungen präsentiert, darunter die Biennale von Venedig, die Berliner Festspiele, der Hangar Bicocca in Mailand, die Tonhalle Zürich, das Piccolo Teatro in Mailand, das Teatro Manzoni in Bologna, das Wissenschaftsmuseum in Turin, das Kunstmuseum Basel, LAC Lugano.