Nach der szenischen Lesung im Rahmen der Vetrina Prismi 2025 kehrt das Stück der Aargauer Autorin Julia Haenni in einer Inszenierung der Regisseurin Giulia Rumasuglia auf die Bühne zurück. Durch die Arbeit mit Sprache und die Schaffung von Neologismen setzt sich das Stück mit dem Sexismus auseinander, mit dem die Medizin den weiblichen Körper behandelt.
Eine Frau hat Schmerzen und geht zum Arzt, zum ersten, zum zweiten, zum dritten. Keiner dieser Männer in weißen Kitteln hat eine Lösung für ihre Schmerzen im Unterbauch. Und noch weniger nimmt er sie ernst.
La donna si cura (kills the party) inszeniert die jahrhundertealte Geschichte des patriarchalischen Blicks auf den weiblichen Körper und damit die Geschichte der westlichen Medizin, die bis vor kurzem kein Interesse – und noch weniger Forschungsgelder – für Krankheiten zeigte, die nicht männliche Körper betrafen. Mit Humor und Intelligenz entlarvt der Text wissenschaftliche Mythen in ihrer hartnäckigen Beharrlichkeit und offenbart deren Absurdität.
Zwischen Ernsthaftigkeit und Burleske verleiht das Stück einer Vielstimmigkeit Ausdruck, die von den drei Schauspielerinnen auf der Bühne geschaffen wird, die – mehr oder weniger erfolgreich – versuchen, einander zuzuhören, sich zu verstehen, sich zu trösten; und auch zu tanzen. Am Ende suchen sie nach Worten, die das Morgen beschreiben könnten. Sie gehen von ihren Körpern aus, um zu einer universellen Frage zu gelangen: Wie können wir ein Leben erfinden, das wirklich unser eigenes ist?