Donnerstag 26 November

Teatrostudio
25.-

20:00

Die Schweizer Künstlerinnen Melanie Durrer und Alina Immoos sind die Protagonistinnen einer Performance, die den Gründen für bestimmte Verschwindensfälle nachgeht: Männer, die verschwinden, Kapitäne, die sich dem Schiffbruch nicht stellen wollen, emotional abwesende Väter, die sich ihrer Verantwortung entziehen und wortlos von der Bildfläche verschwinden.

Ein Kind wartet auf dem Faltboot seines Vaters. Das Wetter ist schön, die Luft riecht nach Sonnencreme und abgenutztem Plastik, die Sonne brennt auf der Haut. Doch das Warten dauert fast zwei Jahrzehnte: ein Vater, der keine Verantwortung übernimmt, der Dinge aufschiebt, der verschwindet.
Vor fast zwanzig Jahren kippte die Costa Concordia und sank aufgrund eines riskanten Manövers von Kapitän Schettino. „Der Kapitän verlässt das Schiff als Letzter“, lautet ein ungeschriebenes Gesetz der Seefahrt. Eine lange Tradition, eine Frage der Ehre – wie so vieles im Patriarchat. Schettino hingegen ist der Erste, der das Schiff verlässt, und kehrt nicht zurück.
Zwei Schiffe, zwei Kapitäne und dasselbe Muster, das sich wiederholt. Get [the fuck] on board durchläuft diese Bilder, um von Männern zu erzählen, die genau dann verschwinden, wenn die Lage kritisch wird: emotional abwesende Väter, Figuren, die sich entziehen, ohne ein Wort zurückgelassene Verantwortlichkeiten.
Auf der Bühne begeben sich die beiden Performerinnen auf die Suche nach dem Grund für dieses Verschwinden. Sie fragen sich, was von diesen Vätern in ihnen zurückbleibt und ob es möglich ist, die überlieferten Muster zu durchbrechen, um sich neue Formen der Fürsorge vorzustellen. Und am Ende eine einfache und entwaffnende Frage: Wann kommt endlich jemand, der uns Sonnencreme ins Gesicht schmiert?

direzione artistica e performance
Melanie Durrer 

performance
Alina Immoos  

drammaturgia 
Laura Ritzenfeld 

tecnica e luci 
Savino Caruso 

produzione
Verein soft&sauer

in coproduzione con
far° Nyon, Südpol Luzern, nell’ambito del dispositivo Extra Time Plus, in collaborazione con LAC Lugano Arte e Cultura

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