Die Schweizer Künstlerinnen Melanie Durrer und Alina Immoos stehen im Mittelpunkt einer Performance, die den Gründen für bestimmte Verschwindensfälle auf den Grund geht: Männer, die verschwinden; Kapitäne, die sich dem Schiffbruch nicht stellen wollen; emotional abwesende Väter, die sich ihrer Verantwortung entziehen und wortlos verschwinden.
Extra Time Plus:
Steig [verdammt noch mal] ein!
Melanie Durrer / Alina Immoos
1 Stunde
!
Der Einsatz einer Nebelmaschine ist vorgesehen
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Steig [verdammt noch mal] ein!
Melanie Durrer / Alina Immoos
1 Stunde
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Der Einsatz einer Nebelmaschine ist vorgesehen
Ein Kind wartet auf dem aufblasbaren Schlauchboot seines Vaters. Das Wetter ist schön, die Luft riecht nach Sonnencreme und abgenutztem Plastik, die Sonne brennt auf der Haut. Doch das Warten dauert fast zwei Jahrzehnte: ein Vater, der keine Verantwortung übernimmt, der Dinge aufschiebt, der verschwindet.
Vor fast zwanzig Jahren kippte die Costa Concordia um und sank aufgrund eines riskanten Manövers von Kapitän Schettino. „Der Kapitän verlässt das Schiff als Letzter“, lautet ein ungeschriebenes Gesetz der Seefahrt. Eine lange Tradition, eine Frage der Ehre – wie so vieles im Patriarchat. Schettino hingegen ist der Erste, der das Schiff verlässt, und kehrt nicht zurück.
Zwei Schiffe, zwei Kapitäne und dasselbe Muster, das sich wiederholt. „Get [the fuck] on board“ durchzieht diese Bilder, um von Männern zu erzählen, die genau dann verschwinden, wenn die Lage kritisch wird: emotional abwesende Väter, Figuren, die sich entziehen, Verantwortung, die wortlos aufgegeben wird.
Auf der Bühne begeben sich die beiden Darstellerinnen auf die Suche nach dem Grund für dieses Verschwinden. Sie fragen sich, was von diesen Vätern in ihnen zurückgeblieben ist und ob es möglich ist, die überlieferten Muster zu durchbrechen, um sich neue Formen der Fürsorge vorzustellen. Und am Ende eine einfache und entwaffnende Frage: Wann kommt endlich jemand, der uns Sonnencreme ins Gesicht schmiert?
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Künstlerische Leitung und Darbietung
Melanie Durrer
Leistung
Alina Immoos
Dramaturgie
Laura Ritzenfeld
Technik und Beleuchtung
Savino Caruso
Produktion
Verein soft&sauer
in Koproduktion mit
far° Nyon, Südpol Luzern, im Rahmen des Programms „Extra Time Plus“, in Zusammenarbeit mit LAC Lugano Arte e Cultura