Indem sie fotografische Erinnerungen zerschneidet und wieder zusammenfügt und ein Eisbärenkostüm trägt, teilt Camilla Parini eine bisher unbekannte Version ihrer persönlichen Geschichte, wobei sie zwischen Realität und Fantasie, zwischen der Unfähigkeit, sich selbst zu definieren, und dem Bedürfnis, von sich zu erzählen, hin- und herwechselt.
Durch eine Erzählung der Erinnerung und eine persönliche Begegnung setzt die Tessiner Künstlerin eine Vorstellung von Familie, identitärer Zugehörigkeit und Erinnerung zusammen und zerlegt sie wieder. Sind wir das, woran wir uns erinnern? Wie wichtig ist der Ort, von dem wir stammen? Und die Geschichten, die wir uns erzählen?
In Je suisse (or not) spielt Parini mit der Erinnerung an sich selbst als Kind, mit den gesprochenen und den unausgesprochenen Worten, mit den ausgelöschten und den hinterlassenen Spuren: "Eines Tages sagte meine Großmutter zu mir: Denk daran, den Bären zu suchen! Dann verging das Leben, und ich habe so viele Dinge vergessen."