Anlässlich der Einzelausstellung, die das LAC Romeo Castellucci widmet, zeigt die Reihe den Dokumentarfilm Theatron des mehrfach preisgekrönten venezianischen Regisseurs Giulio Boato – ein bildliches Porträt eines der bedeutendsten Meister des zeitgenössischen Theaters, eines visionären Künstlers, dessen Arbeit sich seit jeher mit den Wurzeln des Theaters und den großen Fragen zur menschlichen Natur auseinandersetzt.
Giulio Boato begleitete Romeo Castellucci über zwei Jahre hinweg bei internationalen Tourneen, Proben, Archivarbeiten und Begegnungen mit Mitarbeitern und Wissenschaftlern und schuf so Theatron, ein immersives Werk, das das Porträt eines der einflussreichsten und radikalsten Protagonisten der zeitgenössischen Szene zeichnet. Der Film zeichnet über 25 Jahre künstlerischer Forschung nach und verwebt Ausschnitte aus Aufführungen, Archivmaterial und direkte Zeugnisse, um eine Reise in eine einzigartige Theaterwelt zu gestalten.
Mehr als eine einfache Biografie in Bildern ist Theatron eine Untersuchung des Theaters selbst: seiner Ursprünge, seiner Funktion und seiner Fähigkeit, die Gegenwart zu hinterfragen. Durch die Darstellung grundlegender Werke – von den Anfängen der Socìetas Raffaello Sanzio über mittlerweile ikonisch gewordene Kreationen bis hin zu den großen internationalen Arbeiten – entsteht eine künstlerische Praxis, die das Verhältnis zwischen Bild, Körper, Sprache und Zuschauer ständig hinterfragt.
Untermalt von Musik von Vivaldi wechselt der Film zwischen der Darstellung der Aufführungen und den Reflexionen von Castellucci und einigen seiner engsten Mitarbeiter – Dramatiker, Komponisten, Choreografen (darunter Cindy Van Acker), Kritiker und Schauspieler (darunter Willem Dafoe) – und gewährt so Einblick in einen normalerweise unsichtbaren kreativen Prozess, der die Komplexität eines Weges widerspiegelt, der die zeitgenössische Theatersprache neu definiert hat.