Notizen für eine afrikanische „Orestie“

Pier Paolo Pasolini, 1970

65’

Originalfassung 

Reservierung erforderlich

Italienisch 

Cinema Iride

Sa. 09.01

10:30

Notizen für eine afrikanische „Orestie“

Pier Paolo Pasolini, 1970

65’

Originalfassung 

Reservierung erforderlich

Italienisch 

Cinema Iride

Sa. 09.01

10:30

Anlässlich der Premiere der neuen LAC-Inszenierung „Oresteia“ unter der Regie von Carmelo Rifici zeigt die Reihe den Dokumentarfilm „Appunti per un’Orestiade africana“ von Pier Paolo Pasolini, der zu den komplexesten Werken des italienischen Regisseurs zählt und aus der Idee entstand, die Tragödie von Aischylos auf den afrikanischen Kontinent zu übertragen. 

Ausgehend von einer Reise durch Afrika – unter anderem nach Uganda, Tansania und in andere Länder des Kontinents – realisierte Pier Paolo Pasolini 1970 „Appunti per un’Orestiade africana“, einen Film-Essay, ein Forschungstagebuch und eine politische Reflexion, die als unvollendetes Projekt Gestalt annahm: die Idee, Aischylos’ „Orestie“ ins heutige Afrika zu übertragen. 
Mehr als eine Adaption ist der Film ein offenes Denklabor. Pasolini filmt Gesichter, Landschaften, Städte, Rituale und alltägliche Gesten und fragt sich dabei, ob es im postkolonialen Afrika ein historisches und symbolisches Äquivalent zu dem in der griechischen Tragödie geschilderten Übergang gibt: den Übergang von der archaischen Gerechtigkeit zur Entstehung der Demokratie. 
Anhand von Dokumentarbildern, Ortsbesichtigungen, visuellen Notizen und Diskussionsmomenten – berühmt ist die Auseinandersetzung mit einigen afrikanischen Studenten der Universität „La Sapienza“ in Rom, die seine eigenen Hypothesen in Frage stellen – schafft der Regisseur eines seiner komplexesten und vielschichtigsten Werke, das sich zwischen Kino, Anthropologie, Politik und Mythos bewegt. 
Als faszinierendes und problematisches Werk bietet „Appunti per un’Orestiade africana“ keine endgültigen Antworten, sondern hinterfragt den Zuschauer immer wieder hinsichtlich der Beziehungen zwischen den Kulturen, der Darstellung des Anderen und der Möglichkeit, Vergangenheit und Gegenwart in einen Dialog zu bringen. 

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe 

Parallele Sichtweisen 

Herausgegeben von  

Nicola Fiori 

In Zusammenarbeit mit 

JFC Kino – IRIDE Lugano