Inspiriert vom gleichnamigen Roman des deutschen Schriftstellers Frank Wedekind, Mine-Haha dreht sich um die Entwicklung eines weiblichen Körpers und legt den Schwerpunkt auf die Beziehung zwischen Blick, Körper und Erziehung.
Der Roman wird vom Autor als Manuskript mit dem Titel Mine-Haha präsentiert, das ihm von seiner Zimmernachbarin, der 84-jährigen pensionierten Lehrerin Helene Engel, übergeben wurde, die sich etwa drei Wochen zuvor durch einen Sprung aus dem Fenster das Leben genommen hatte. Ein fiktives Tagebuch, das das Leben der Frau von ihrer frühesten Kindheit bis in die Jugend nachzeichnet.
In einer performativen Dimension wird der Körper der Darsteller zum Schauplatz, um die Machtverhältnisse zwischen dem Betrachter und dem Betrachteten zu untersuchen, indem die Rolle des Zuschauers thematisiert wird.
„Ausgehend von Wedekinds Roman“, so Marco Corsucci und Matilde Bernardi, „will das Projekt den Akt des Betrachtens problematisieren und dabei die Beziehung hervorheben, die dieser zum Machtverhältnis und zum Männlichen hat. Die Arbeit untersucht, wie die Prägung eines weiblichen Körpers durch den männlichen Blick bestimmt werden kann.“