Eine poetische und vielschichtige Erzählung, die ausgehend vom Rätsel um das Verschwinden des italienischen Physikers Ettore Majorana Wissenschaft und Leben, Philosophie und Schicksal miteinander verwebt und so ein ungelöstes Rätsel in eine feinfühlige und tiefgründige Reflexion über die Beziehung zwischen dem Menschen, der Realität und den Folgen der eigenen Entscheidungen verwandelt.
In einem Zimmer des Hotels Bologna in Neapel ordnet Anna ihre Unterlagen und Gedanken: Sie ist dort, um die Wahrheit über das Verschwinden von Ettore Majorana am 26. März 1938 aufzudecken. Doch das Zimmer gehört nicht dem Physiker – und er selbst, der auf unerklärliche Weise anwesend ist, sagt es ihr.
Nur teilweise überrascht, nutzt Anna die Gelegenheit, ihn zu befragen. Majorana weiß jedoch keine Antwort – oder will keine geben: Er kennt nicht einmal den Grund für seine Anwesenheit. Er möchte gehen, doch etwas hält ihn zurück. Und dieses Etwas scheint gerade mit ihr zu tun zu haben.
So verwandelt sich der Raum in einen traumhaften und surrealen Ort, an dem sich zwei verschiedene räumliche und zeitliche Ebenen miteinander verflechten: Die Gegenwart des Dialogs zwischen Anna und Majorana überlagert sich mit einer vielschichtigen, fragmentierten Vergangenheit, bestehend aus Vorlesungen, Briefen, Zeugnissen und Begegnungen zwischen Wissenschaftlern. Eine schwindelerregende Reise, die – vielleicht vergeblich – versucht, ein Rätsel zu rekonstruieren und zu lösen, das dazu bestimmt ist, ungelöst zu bleiben.