Die Waadtländer Choreografin und Tänzerin Géraldine Chollet, Gewinnerin des Schweizer Preises für darstellende Künste 2025, ist zum ersten Mal im LAC zu Gast mit La Tendresse du ventre de la baleine, einem Stück, das sich mit der theologischen Erzählung des Buches Jona auseinandersetzt und Tanz, Musik und zwischenmenschliche Beziehungen miteinander verwebt.
Auf der Bühne umgeben die Tänzer der Compagnie Rahu LaMo – die Chollet 2011 selbst gegründet hat – das Publikum und durchqueren es, wobei sie mit ihren Gesten einen dichten, viszeralen Fluss erzeugen, in dem sich Energie, Kraft und Präsenz vermischen. Zwischen sich wiederholenden Bewegungen, Chortänzen und pulsierender Live-Musik, fast wie in einem Club, taucht der Zuschauer in ein intensives Sinneserlebnis ein, in dem Zartheit auf Raserei trifft, wie eine Welle, die erschüttert und umhüllt.
Ein sinnliches und emotionales Erlebnis, in dem sich Chaos und Staunen gegenseitig bedingen. Die Intensität der Bewegungen lädt zugleich zur Selbstbeobachtung und zum Miteinander ein, getragen von Puls und Rhythmus als lebensspendende und verbindende Kräfte, die einen Moment der Gemeinschaft erzeugen können: etwas Affektives, Zärtliches und Verletzliches.