Silvio Orlando – einer der meistausgezeichneten und beliebtesten Schauspieler des italienischen Theaters und Kinos – widmet sich zum ersten Mal Luigi Pirandello und schlüpft in die Rolle des Schreibers Ciampa, einer tragischen und grotesken Figur, dem pulsierenden Herzstück von Il berretto a sonagli, hier in der Inszenierung von Andrea Baracco.
Fünf Jahre nach dem Verfassen der Novelle La Verità verwandelt Luigi Pirandello – der 1934 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde – diese in das zweistündige Stück Il berretto a sonagli, dessen für Angelo Musco konzipierte sizilianische Fassung 1917 am Teatro Nazionale in Rom uraufgeführt wurde. In einem der Briefe an Musco, in dem er die Qualitäten des Stücks und seines Protagonisten Ciampa in Frage stellte, schreibt Pirandello, dass dieser eine Figur sei, die „übervoll von tragischer Menschlichkeit ist, nicht lebendig, sondern überaus lebendig“.
In den Regieanweisungen schreibt Andrea Baracco: „Die Demut des Menschen Ciampa ragt empor, die Lächerlichkeit besudelt ihn; es ist, als würde eine unerbittliche Klinge seine Brust immer tiefer aufschneiden, um sein Herz zu zeigen, und so verteidigt er sich mit lebendigen und menschlich herzzerreißenden Worten. Er beginnt seinen Weg mit einer Einfachheit, die ihm komische Züge verleiht, mit einer ironischen Komik, mit der er sich gnadenlos über die Dummheit der anderen lustig macht, um dann in seiner Demütigung als Besiegter in eine Art lyrische Verzückung zu stürzen, die den Zuschauer ständig zwischen Lachen und Angst hin- und herreißt“.