Die Schweizer Choreografin Yasmine Hugonnet zeichnet für die Konzeption und Choreografie von „Our Times“ verantwortlich, einem Werk, das zu einer gemeinsamen Präsenz einlädt: Die drei Darstellerinnen führen das Publikum in das Herz eines pulsierenden Raums, in dem Ströme von Energie, Rhythmus und Raum zwischen den Wesen und innerhalb der Körper zirkulieren.
Als zweiter Teil einer 2025 mit „1000&1 BPM _ Odyssée begonnenen Recherche, die darauf abzielt, Pulsieren und Blitzartigkeit in den choreografischen Schreibprozess einzubringen, lädt Our Times dazu ein, den Tanz durch ein Spiel aus Empfindungen und Ebenen wahrzunehmen – fern, nah, verborgen. Auf der Bühne tragen die drei Tänzerinnen gemeinsam fragile Raum-Zeit-Strukturen, die von ihrem gegenseitigen Zuhören abhängen. Sie stehen in ständiger Beziehung zueinander, begleiten sich, stützen sich und sind füreinander da.
Aus dieser abstrakten Komposition entstehen intensive und intime Tanzräume, in denen die geforderte körperliche Anstrengung und Aufmerksamkeit sowie die Wachsamkeit und Fürsorge gegenüber den anderen den Zugang zu einer sinnlichen Welt ermöglichen, in der man zugleich die Verletzlichkeit und die Kraft des Zusammenseins spürt.
Die Aufführung ist als autonomes und flexibles choreografisches Konzept konzipiert, das auch in nicht-theatralischen Räumen umgesetzt werden kann. Die Musik, die im Dialog mit dem Tanz und der Stille stehen soll, wird live von Michael Nick komponiert: Die Mittel der Klangproduktion werden durch die Schwingungen der Körper untereinander und durch die Energie bestimmt, die sich im Raum niederschlägt.