Das Ballettensemble des Kroatischen Nationaltheaters in Zagreb, der bedeutendsten und ältesten Theaterinstitution Kroatiens, gastiert zum ersten Mal im LAC mit einem choreografischen Diptychon, das Igor Strawinsky und der revolutionären Bewegung der Ballets Russes Tribut zollt.
Die mehrfach ausgezeichnete Zagreber Choreografin Maša Kolar präsentiert eine neue Interpretation des russischen Märchens Der Feuervogel, wobei sie die Erzählung in eine konzentriertere und konzeptuellere Form überführt, die auf Strawinskys Suite von 1919 basiert, einer abstrakten Version der Originalpartitur. Daraus entsteht eine neu interpretierte Erzählung, durchzogen von abstrakten Elementen und einem veränderten Machtverhältnis zwischen dem Wesen und Prinz Ivan, der sich mitten in der Nacht in einem verzauberten Garten verirrt. In dieser Interpretation dominiert der Feuervogel die Szene, während sich der Prinz schließlich ganz seiner Macht hingibt.
Der rumänische Choreograf Edward Clug präsentiert eine Neuinterpretation von Petruška im Dialog mit dem Original, dem Erbe von Fokine und Strawinsky sowie der Tradition der Ballets Russes, die er mit einer persönlichen Vision bereichert. Das Ergebnis ist ein Ballett, das sich durch eine raffinierte Ästhetik und einen intensiven Einsatz von Farbe auszeichnet und sowohl visuell als auch choreografisch den Geist der historischen Compagnie heraufbeschwört. Im Mittelpunkt steht die Universalität der Geschichte einer Marionette, die tragischerweise zum Scheitern verurteilt ist und, verzehrt von Liebe und Sehnsucht nach einer untreuen Tänzerin, ihr lebloses Dasein opfert. Eine Geschichte, die auf überraschende Weise die heutige Welt widerspiegelt, in der der Einzelne oft von Menschen umgeben ist, die wie Marionetten agieren, ohne sich dessen bewusst zu sein.