Alessandro Gassmann führt Regie bei Der Staat gegen Nolan (Ein ruhiger Ort), einem packenden Theaterstück von Stefano Massini, das anhand der fesselnden Struktur eines Prozesses die Beziehung zwischen Information, Macht und öffentlicher Verantwortung untersucht.
In einer kleinen Provinzstadt in den frühen 1960er Jahren findet ein Prozess gegen den Besitzer der Lokalzeitung, Herbert Nolan, statt. Ihm wird vorgeworfen, Informationen für private Zwecke manipuliert zu haben. Die Tötung eines Landstreichers, der für einen Räuber oder Vergewaltiger gehalten wurde, war so inszeniert worden, dass im gesamten Landkreis eine weit verbreitete Angst entstand, sodass sich die Einwohner bewaffneten, um ihre Häuser zu verteidigen. Die örtliche Waffenfabrik hatte ihre Gewinne vervielfacht. „Was ist daran seltsam?“, fragt Nolans Anwalt. Seit jeher müssen Zeitungen Schlagzeilen machen. Nur dass der Zeitungsverleger ein bedeutender Anteilseigner des Waffenherstellers war. Und so versucht die Staatsanwaltschaft, vertreten durch einen sehr gewieften Mann, Staatsanwalt Miles, Nolan für seine Verantwortung zur Rechenschaft zu ziehen. Der Prozess verläuft auf traditionelle Weise, mit Vernehmungen des Angeklagten und der Zeugen. Doch jenseits des konkreten Interessenkonflikts kommt das Thema eines künstlich geschürten Klimas der Angst zum Vorschein.