Faust

Aleksandr Sokurov, 2011

134’

!

Reservierung erforderlich

italienische Fassung 

Cinema Iride

Do. 04.02

18:00

Faust

Aleksandr Sokurov, 2011

134’

!

Reservierung erforderlich

italienische Fassung 

Cinema Iride

Do. 04.02

18:00

Anlässlich von „Faust“. „Fatto, non detto“, einer originellen Neuinterpretation von Goethes Meisterwerk unter der Regie von Romeo Castellucci, präsentiert die Reihe den Film „Faust“ des russischen Regisseurs Aleksandr Sokurov, Gewinner des Goldenen Löwen bei den 68. Internationalen Filmfestspielen von Venedig. 

Als freie Interpretation von Goethes Werk bildet „Faust“ den Abschluss der Tetralogie, die Sokurov nach „Moloch“, „Taurus“ und „Die Sonne“ den Figuren der Macht gewidmet hat, wobei er den Blick nun nicht mehr auf die großen Protagonisten der Geschichte richtet, sondern auf die Ursprünge des Herrschaftsstrebens selbst. So verwandelt der Regisseur die Geschichte des berühmten Gelehrten, der bereit ist, einen Pakt mit dem Teufel zu schließen, in ein visionäres und verstörendes Kinoerlebnis. 
Der Film spielt in einer schwebenden Welt aus gewundenen Straßen, verzerrten Innenräumen und Landschaften, die einer unbestimmten Zeit anzugehören scheinen, und folgt einem unruhigen und unzufriedenen Faust, der keine Antwort auf seine Fragen nach Erkenntnis, Körper, Begierde und dem Sinn des Daseins findet. An seiner Seite begleitet ihn ein zwiespältiger und grotesker Mephistopheles auf einer immer dunkleren und schwindelerregenderen Reise. 
Durch eine außergewöhnliche visuelle Gestaltung, bestehend aus malerischen Bildern, verzerrenden Linsen und halluzinatorischen Stimmungen, schafft Sokurov ein Werk, das über die traditionelle Erzählung hinausgeht und sich in eine tiefgründige Reflexion über den menschlichen Ehrgeiz, die Grenzen der Vernunft und das Verhältnis zwischen Materie und Geist verwandelt. 
Ein hypnotischer und radikaler Film, der einen der Gründungsmythen der westlichen Kultur immer wieder hinterfragt und ihn in einer überraschenden und zeitgemäßen Form neu interpretiert. 

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe 

Parallele Sichtweisen 

Herausgegeben von  

Nicola Fiori 

In Zusammenarbeit mit 

JFC Kino – IRIDE Lugano