Elefant

Gus Van Sant, 2003

81. Minute

!

Reservierung erforderlich

italienische Fassung 

Cinema Iride

Do. 18.03

18:00

Elefant

Gus Van Sant, 2003

81. Minute

!

Reservierung erforderlich

italienische Fassung 

Cinema Iride

Do. 18.03

18:00

Anlässlich von „Stato contro Nolan (un posto tranquillo)“, einem Stück von Stefano Massini unter der Regie von Alessandro Gassmann, das sich mit dem Zusammenhang zwischen Gewalt und der amerikanischen Waffenkultur auseinandersetzt, zeigt die Filmreihe „Elephant“ von Gus Van Sant, der 2003 bei den Filmfestspielen von Cannes die Goldene Palme für den besten Film sowie den Preis für die beste Regie gewann.  

Frei inspiriert vom Amoklauf an der Columbine High School im Jahr 1999, befasst sich Van Sants Film mit dem Thema Jugendgewalt auf eine essentielle und wertfreie Weise und baut dabei eine fragmentierte Erzählung auf, die fast in Echtzeit die Lebenswege verschiedener Schüler an einem scheinbar gewöhnlichen Tag verfolgt. 
Durch lange Plansequenzen, fließende Kamerabewegungen und eine zirkuläre Erzählstruktur verzichtet „Elephant“ auf jede eindeutige psychologische oder soziologische Erklärung und entscheidet sich stattdessen dafür, die beunruhigende Alltäglichkeit wiederzugeben, die dem Ausbruch der Gewalt vorausgeht. Die gedehnte Zeit und der distanzierte Blick verstärken das Gefühl der Schwebe und der Unausweichlichkeit.
Der Film sucht weder nach Antworten noch nach Schuldigen, sondern lädt den Zuschauer dazu ein, sich mit der Undurchsichtigkeit der Realität und der Unmöglichkeit auseinanderzusetzen, ein traumatisches Ereignis auf eine einzige Ursache zu reduzieren. Daraus entsteht ein verstörendes und nachdenkliches Porträt der Jugend und der heutigen Gesellschaft, in dem Gewalt als latente Möglichkeit erscheint, die im Alltag verankert ist. 
„Elephant“ erweist sich somit als radikales und verstörendes Werk, das es schafft, einen Zeitungsbericht in ein hypnotisches und beunruhigendes Kinoerlebnis zu verwandeln – eines der bedeutendsten des Kinos der frühen 2000er Jahre. 

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe 

Parallele Sichtweisen 

Herausgegeben von  

Nicola Fiori 

In Zusammenarbeit mit 

JFC Kino – IRIDE Lugano