Cindy Van Acker, eine der bekanntesten Choreografinnen der Schweiz, kehrt mit ihrem neuen Werk Pléïades, in absentia ins LAC zurück, in dem sich fünf Tänzerinnen und Tänzer mit dem Werk des Avantgarde-Komponisten Iannis Xenakis auseinandersetzen, das vom Genfer Kollektiv Eklekto live aufgeführt wird.
Als freier und widerstandsfähiger Geist, dessen revolutionäre Energie die gesamte Partitur durchzieht, ist Xenakis bekannt für seinen mathematischen Ansatz beim Komponieren, für den Einsatz von Wahrscheinlichkeiten und für seine atypischen Partituren, die nicht auf traditionellen Notenzeilen, sondern auf Millimeterpapier wie technische Zeichnungen notiert sind. Mit diesen innovativen Methoden versucht der griechische Komponist, Naturphänomene und Massenbewegungen wiederzugeben und die Welt zum Klingen zu bringen: Wolken, Vogelschwärme, die Kraft eines Lebensimpulses.
Pléïades, 1978 für sechs Musiker und achtundvierzig Instrumente – darunter das eigens für das Werk konzipierte Sixxen – komponiert, ist eine einzigartige rhythmische Komposition, die sich in vier modulare Abschnitte gliedert: Claviers, Métaux, Peaux und Mélanges.
Um dieses kraftvolle und komplexe Klangmaterial zu durchdringen, setzt Cindy Van Acker – Gewinnerin des Schweizer Grand Prix der darstellenden Künste / Hans-Reinhart-Ring 2023 – die Beziehung zur Musik immer wieder aufs Spiel und vereint auf der Bühne fünf Tänzerinnen und Tänzer, sechs Musikerinnen und Musiker des Kollektivs Eklekto sowie den Bühnenbildner und Lichtdesigner Victor Roy. Gemeinsam lassen sie in diesem weiten Raum der Unmöglichkeit einige Funken der Freiheit aufblitzen.