Angesichts des Unerklärlichen, wenn jedes Sinnsystem ins Wanken gerät – woran entscheiden wir uns zu glauben? „Il Prodigio“, nach dem ersten Roman des Dramatikers Fabrizio Sinisi unter der Regie von Giacomo Bisordi, präsentiert sich als eine zeitgenössische Apokalypse – im ursprünglichen Sinne einer Offenbarung –, die den Text wie ein Buch der Visionen durchzieht: eine Abfolge von Bildern, Zusammenbrüchen und Erscheinungen, die das Ende einer Ordnung und das Aufbrechen einer neuen, noch nicht zu entschlüsselnden Welt ankündigen.
Das Wunderkind
Fabrizio Sinisi / Giacomo Bisordi
© Andrea Saltini
Theaterstück in Vorbereitung
Uraufführung
Das Wunderkind
Fabrizio Sinisi / Giacomo Bisordi
© Andrea Saltini
Theaterstück in Vorbereitung
Uraufführung
Am Himmel einer großen italienischen Stadt taucht ein Gesicht auf. Ein Gesicht mit groben, fast kindlichen Zügen, als wäre es von einer unerfahrenen Hand gezeichnet worden. Zunächst ist es eine Anomalie, ein Phänomen, das man mit Neugier beobachtet. Doch das Gesicht verschwindet nicht. Es bleibt. Es drängt sich auf. Und schon bald ist es kein Bild mehr, sondern wird zu einer konkreten und beständigen Präsenz.
Die Gemeinschaft versammelt sich um diese Erscheinung und versucht fieberhaft, sie zu deuten. Es geschehen unerklärliche Ereignisse, Heilungen, Zeichen, die jeder Logik trotzen. Das Rätsel verdichtet sich: Ist es eine Projektion, eine Täuschung oder die Manifestation Gottes?
Im Zentrum dieses Zusammenbruchs der Realität steht Don Luca, ein medienwirksamer Priester, eine öffentliche Persönlichkeit, die es eher gewohnt ist, über den Glauben zu sprechen, als ihn zu praktizieren. An seiner Seite steht Marta, rätselhaft und schwer fassbar, eine lebendige und unfassbare Präsenz, Gegenstand einer Liebe, die jede Gewissheit ins Wanken bringt. Unfähig, Antworten zu geben, sieht Don Luca, wie das letzte fragile Gleichgewicht seines Glaubens bröckelt, während Folker auf die Bühne tritt, ein magnetischer und charismatischer Prophet, der das kollektive Bedürfnis nach Glauben bündeln und es hin zu einer neuen, beunruhigenden Form der Spiritualität lenken kann.
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nach dem gleichnamigen Roman von
Fabrizio Sinisi (erschienen bei Mondadori)
Anpassung
Fabrizio Sinisi, Giacomo Bisordi
Regie
Giacomo Bisordi
mit (in alphabetischer Reihenfolge)
Matilde Bernardi, Candida Nieri, Gabriele Portoghese, Federica Rosellini und ein weiterer Darsteller, der noch bestätigt werden muss
Szenen und Beleuchtung
Marco Giusti
Kostümbildnerin und Bühnenbildnerin (als Mitarbeiterin)
Caterina Rossi
Klang
Dario Felli
Produktion
La Fabbrica dell’Attore – Teatro Vascello
in Koproduktion
Romaeuropa Festival, LAC Lugano Arte e Cultura