Als einer der größten Meister der Theaterszene ist Gabriele Lavia Hauptdarsteller und Regisseur von Nach der Probe, einem Meisterwerk von Ingmar Bergman, das ursprünglich als Fernsehfilm entstand und 1984 bei den Filmfestspielen von Cannes vorgestellt wurde. Im Mittelpunkt des Werks steht das menschliche Scheitern eines äußerst erfolgreichen Mannes, der, ohne es zu wissen oder zu wollen, andere Menschen in seinen Untergang mitgerissen hat.
Eine leere Bühne, schwebend in einer unbestimmten Zeit. Ein langer Tisch für die Proben, umgeben von Stühlen, die unregelmäßig angeordnet sind, als wären sie in Eile zurückgelassen worden. Daneben eine ungeordnete Ansammlung von Möbeln und Requisiten – ein großer Drehspiegel, ein Klavier, eine Wiege, eine Schulbank, eine Stoffpuppe, ein Akkordeon und viele Spieluhren – alles unter einem grauen Tuch versteckt.
Am Kopfende des Tisches sitzt regungslos der Regisseur Vogler: eine fast wie ein Mumie wirkende Gestalt, den Kopf auf den Tisch gestützt, zwischen Drehbüchern, Notizbüchern, einer Thermoskanne, Tassen und Gläsern. Die Atmosphäre gleicht einem Schwarz-Weiß-Foto, schwebend zwischen Erinnerung und Gegenwart.
Aus dieser Stille taucht Rakel auf, in Rot gekleidet, eine plötzliche und beunruhigende Erscheinung, die wie eine verkörperte Erinnerung oder ein Geist der Sehnsucht hereinbricht. Es ist der Beginn einer intimen und schonungslosen Auseinandersetzung, in der sich Realität und Vision vermischen und Lieben, Bedauern und Misserfolge wieder ans Licht bringen.