Der MASI-Standort im LAC beherbergt Credere alle Maschere, eine ortsspezifische Performance von Romeo Castellucci, bei der jeder Zuschauer eine einzigartige Maske zum Aufsetzen erhält, wodurch das Zuschauen zu einem kollektiven und radikalen Erlebnis zwischen Worten, Objekten und Bildern wird.
Romeo Castellucci – Goldener Löwe für sein Lebenswerk bei der Biennale von Venedig – setzt seine Forschung zur Beziehung zwischen Bild und Gesetz sowie zwischen sprachlicher Gewalt und struktureller Komplizenschaft fort und radikalisiert sie. Das Konzept verlagert den Mittelpunkt des Geschehens auf den Körper des Zuschauers, der nicht nur zur Teilnahme, sondern zur direkten Einbeziehung aufgefordert wird.
Jedem wird eine hyperrealistische, einzigartige und zufällig zugewiesene Maske ausgehändigt. Als ikonisches Objekt des Theaters nimmt die Maske hier keinen symbolischen Wert an: Sie verbirgt nicht, sondern enthüllt. Die Gesamtheit der Gesichter bildet eine pluralistische Gestalt, fast ein Volk. Der hufeisenförmig angeordnete Raum ermöglicht es, zu schauen und angeschaut zu werden, wodurch die gegenseitige Beziehung maximal intensiviert wird.