Eléonore Bonah und Maria Clara Castioni, Hauskünstlerinnen an der Comédie de Genève, zeichnen für die Adaption und Regie von „Chrüsimüsi“ verantwortlich, einem Werk, in dem sie sich mit dem faszinierenden und noch wenig bekannten Werk der Basler Schriftstellerin Adelheid Duvanel auseinandersetzen.
Überempfindliche Figuren, alltägliche Gesten, die zwischen Absurdität und Groteske schweben, Innenwelten, die der Realität widerstehen: Duvanels Universum besteht aus kurzen, prägnanten Texten, aus einer poetischen Prosa, die an Kafka und Walser erinnert und in Fragmenten vom Leben von Menschen erzählt, die sich nicht an die Normen anpassen können, an den Rand gedrängt und in beengten Räumen gefangen sind. Nach dem Selbstmord der Autorin im Jahr 1996 geriet ihr Werk rasch in Vergessenheit, wird heute jedoch wiederentdeckt – auch dank der Übersetzung ins Französische – und offenbart eine bedeutende Stimme der schweizerischen und deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts.
Ausgehend von den Erzählungen von Adelheid Duvanel schaffen die beiden Künstlerinnen ein mehrsprachiges Stück – auf Französisch, Deutsch und Italienisch –, das das Publikum in die Sensibilität der Autorin eintauchen lässt: in ihren Humor, der an Verzweiflung grenzt, in ihren einzigartigen Umgang mit der Sprache und in den fröhlichen und hartnäckigen Widerstand derer, die am Rande der Welt leben.