Die argentinische Multidisziplinäre Künstlerin Cecilia Bengolea, deren künstlerisches Schaffen den Körper – in seiner individuellen und kollektiven Dimension – als Ort der Erinnerung, der Empathie und des emotionalen Austauschs erforscht, präsentiert im Cinema Iride in Lugano eine Auswahl von vier ihrer Videoarbeiten.
Bombom’s Dream ist einer der surrealsten Momente von The Infinite Mix, einem Off-Site-Ausstellungsprojekt der Hayward Gallery in London, das in Zusammenarbeit mit The Vinyl Factory realisiert wurde. Dieses chorale Werk folgt den außergewöhnlichen Abenteuern der japanischen Tänzerin Bombom, die auf dem Weg nach Jamaika ist, um an einem lokalen Dancehall-Wettbewerb teilzunehmen. Bombom, die im Alltag als Illustratorin von Kinderbüchern arbeitet, scheint in Jamaika in einer Dimension zu leben, die zwischen Realität und Fantasie schwebt.
Lightning Dance erforscht den Einfluss atmosphärischer elektrischer Phänomene auf die Vorstellung vom Körper. Im Video sind Craig Black Eagle und Oshane Overload-Skankaz zusammen mit ihren jeweiligen Gruppen zu sehen, die in Anwesenheit der Künstlerin unter strömendem Regen Solos und gemeinsame Choreografien aufführen. Im Mittelpunkt der Szene stehen die Bewegungen der Tänzer, die an den jamaikanischen Dancehall erinnern, einen stark sensualisierten Stil, den Cecilia Bengolea als Träger fast magischer und heilender Energien interpretiert. Das Donnern des Gewitters wird zur eigentlichen rhythmischen Grundlage, auf der die Choreografie aufbaut: Indem es die Grenzen zwischen Natur und menschlichem Körper auflöst, bezieht Lightning Dance den Zuschauer mit ein, bis Bewegung und Licht zu einer regelrechten Lebensenergie werden.
Return to Bog Walk präsentiert die ersten in Jamaika gedrehten Bilder und markiert den Ausgangspunkt eines Videoprojekts, das sich später in den Vereinigten Staaten weiterentwickeln sollte. Die in Bog Walk und Umgebung gedrehten Aufnahmen dokumentieren die ersten choreografischen Begegnungen und den verkörperten Austausch, der in der Dancehall-Kultur und den lokalen Landschaften verwurzelt ist. Diese ersten Sequenzen bilden das Grundmaterial des Projekts und definieren einen visuellen und emotionalen Boden, auf dem die in den Vereinigten Staaten entstandenen Bilder Gestalt annehmen und sich entfalten werden.
Spin and Break Free. I 600 fili lässt sich von den rotierenden und mechanischen Bewegungen der Maschinen inspirieren, die historisch für das Spinnen von Leinen und Hanf verwendet wurden, und verknüpft die Erinnerung an die Textilarbeit mit den Free Dances der 1930er Jahre. Spontaneität-Mechanik, Wiederholung-Befreiung, Improvisation-Zwang, Entfremdung-Rebellion sind Gegensatzpaare, die jedes visuelle und akustische Element des Films durchdringen.