In der neuesten Inszenierung des Choreografen und Tänzers Omar Rajeh löst sich die Grenze zwischen Publikum und Darstellern auf. Die Performance findet im Freien statt, in der eindrucksvollen Kulisse der Piazza Bernardino Luini mit Blick auf den Luganer See. Sie hinterfragt Machtstrukturen und bezieht das Publikum in eine gemeinsame choreografische Situation ein, in der die Teilnahme zur Gelegenheit wird, Präsenz, Hierarchie und Begegnung neu zu überdenken.
Der Titel Dance People spricht für sich: Er stellt die Werte der Gemeinschaft in den Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens, bekräftigt deren Präsenz durch die gemeinsame Nutzung des Raums mit den Bürgern und eröffnet neue Wege des Zusammenseins.
In einer Welt, die von intelligenten Algorithmen und künstlicher Intelligenz bestimmt wird, betreffen einige der drängendsten Fragen Begegnungen, Versammlungen und Formen des Zusammenlebens.
Wo ist der Raum für Demokratie, Kultur und Identität? Wie schafft man einen Raum, wie schützt man ihn, wie bewohnt man ihn gemeinsam?
Mit einer heterogenen und einfühlsamen Künstlergruppe laden Omar Rajeh und Mia Habis das Publikum ein, an einem kollektiven kreativen Moment teilzunehmen. Die Arbeit wird fröhlich und festlich, bleibt aber gleichzeitig klar kritisch gegenüber Macht und den Dynamiken der Vorherrschaft.
Dance People ist keine Aufführung, die man aus der Ferne betrachtet: Es ist eine Geste, die man teilt, ein Raum, den man bewohnt.