Andrea De Rosa zeichnet für die Bearbeitung und Inszenierung von Sophokles’ „König Ödipus“ verantwortlich, das als eines der schönsten Theaterstücke aller Zeiten gilt und ein universelles Symbol für den ewigen Konflikt zwischen Freiheit und Notwendigkeit, zwischen Schuld und Schicksal ist. Auf der Bühne entsteht ein kraftvolles und mitreißendes Stück, in dem die Gewalt der himmlischen Götter, Ursprung der Tragödie, deutlich zum Vorschein kommt.
König Ödipus
Sophokles / Andrea De Rosa
König Ödipus
Sophokles / Andrea De Rosa
In einer Stadt, die wir nie zu Gesicht bekommen, ertönt aus der Ferne ein Klagelaut. Es ist das von der Pest heimgesuchte Theben. Eine Gruppe von Menschen hat seit Tagen kein Auge zugetan. Wie kann man sich retten? An wen soll man sich wenden, um die sterbende Stadt zu heilen? Im Mittelpunkt der Szene, im Mittelpunkt der Stadt, im Mittelpunkt des Theaters steht er: Ödipus. Er, der es verstanden hat, das Rätsel der Sphinx mit dem Licht seiner Worte zu erhellen, steht nun vor der schwierigsten aller Fragen: Wer hat Laios, den alten König von Theben, getötet? Die Antwort, nach der Ödipus sucht, ist von Anfang an klar und dröhnt in nur zwei Worten: „Du bist es.“ Doch Ödipus kann eine so große Wahrheit nicht ertragen, er kann sie nicht erblicken. Er wendet lieber den Blick ab. Es wird die Stimme Apollos sein, des verborgenen Gottes, des verschlungenen Gottes, die ihn durch eine Untersuchung führt, in der sich der Ermittler selbst als der Schuldige entpuppt. Bald wird klar, dass der Arzt, der die Stadt hätte heilen sollen, selbst die Krankheit ist. Denn er, Ödipus, ist der Mörder und damit die Ursache der Ansteckung. Das Licht der Wahrheit ist das Geschenk des Gottes, aber auch sein Fluch.
„Die wichtigste Neuerung dieser Adaption des Textes von Sophokles“, erklärt De Rosa, „besteht darin, dass ein und derselbe Schauspieler [der zweifache Ubu-Preisträger Roberto Latini, Anm. d. Red.] die Rollen des Teiresias und aller Boten übernommen hat. Es handelt sich nicht nur um einen inszenatorischen Kunstgriff, sondern darum, eine Figur auf die Bühne zu bringen, die jeweils eine Manifestation des Gottes Apollon, seiner dunklen Stimme und seiner Orakel verkörpert. [...] Wir dürfen nicht aufhören, diesen Gottheiten Gehör zu schenken, wenn es wahr ist, wie Platon sagt, dass ‚die größten Gaben den Menschen von den Göttern durch den Wahnsinn geschenkt werden‘. Mit diesem Wahnsinn ist sicherlich die Entstehung, vielleicht sogar das Schicksal des westlichen Theaters verbunden.“
Partner di produzione
Sponsor stagione prosa
von
Sophokles
Übersetzung
Fabrizio Sinisi
Bearbeitung und Regie
Andrea De Rosa
mit (in alphabetischer Reihenfolge)
Francesca Cutolo, Francesca Della Monica, Marco Foschi, Roberto Latini, Frédérique Loliée, Fabio Pasquini
Szenen
Daniele Spanò
Kostüme
Graziella Pepe
Lichter
Pasquale Mari
Klang
G.U.P. Alcaro
Kostüme, die im
Schneiderei des Piccolo Teatro in Mailand – Teatro d’Europa
Audiodeskription von
Diego-Fabbri-Zentrum
Produktion
TPE – Teatro Piemonte Europa, Teatro di Napoli – Teatro Nazionale, LAC Lugano Arte e Cultura, Teatro Nazionale di Genova, Emilia Romagna Teatro ERT / Teatro Nazionale