Nach einer ersten digitalen Phase – die im Rahmen des Projekts Lingua Madre realisiert wurde und sich auf eine Verbindung aus Experiment und Dokumentation konzentrierte – setzt sich das neue Projekt von Gabriele Marangoni fort und entwickelt sich zu einer Live-Performance, in der die menschliche Stimme zum Ausdruck des Absoluten und zum Symbol für den verzweifelten Schrei des Planeten Erde wird.
Die ganz besondere Stimme von Francesca Della Monica und die elektronische Bearbeitung von Damiano Meacci erwecken das Leiden eines sterbenden Planeten zum Leben, der von seinen eigenen Kindern vergiftet und ermordet wurde, und versuchen, das Gewissen zu einem noch möglichen Schrei der Revolution zu bewegen. Eine Klangkreation, die durch einen kreativen und kompositorischen Prozess aus Klängen und Geräuschen den Zerfall der Verbindung zur Natur, das Bedürfnis nach einer möglichen Stille und die Notwendigkeit, den Massenkonsum hinter sich zu lassen, bezeugt.
„Wir sind zur Metastase unseres eigenen lebenden Organismus geworden. Mit jeder Bewegung verbreiten wir den Krebs, ersticken den Atem, zerstören Schritt für Schritt die Haut, die uns schützt, verbrennen jede Hand, die uns nährt, und versenken, erleuchtet von der Unwissenheit eines schicksalhaften Lächelns, die mörderische Klinge der Arroganz in den Schoß unserer Mutter. Wir müssen handeln, wir müssen dem menschlichen Geist die Sensibilität für die notwendige Veränderung einflößen. Wie in jeder dramatischen historischen Epoche der Menschheitsgeschichte muss auch heute die Kunst die Kraft ihrer Sprache, die Stärke ihrer Geste wiederentdecken; eine urzeitliche Kraft, die in der Lage ist, das Bewusstsein zu verändern, die in der Lage ist, die Existenz der Mutter und ihrer Kinder zu retten.”
– Gabriele Marangoni
ideazione e composizione
Gabriele Marangoni
sound design e live electronics
Damiano Meacci – Tempo Reale
vocal performer
Francesca Della Monica
Light design, spazio scenico
Luigi De Angelis
set design e produzione
Micol Riva
produzione
LAC Lugano Arte e Cultura
Tempo Reale
con il sostegno di
Foundation Nestlé pour l’art
Fondazione UBS per la Cultura