Igor Horvat, ein Schauspieler mit langer und solider Erfahrung, stellt sich mit der Inszenierung einer der berühmtesten Komödien Goldonis einer wichtigen Bewährungsprobe als Regisseur. Emanuele Aldrovandi - ein produktiver Autor, dessen Werk trotz seines jungen Alters bereits mit zahlreichen Preisen gewürdigt wurde - zeichnet für die dramaturgische Bearbeitung verantwortlich. Er behält den komischen Mechanismus und den Rhythmus von Goldoni bei, bringt aber die Sprache näher an die Gegenwart und bietet den acht Schauspielern auf der Bühne neue Interpretationsmöglichkeiten, indem er die Palette der Figuren verdichtet.
Im Zentrum einer kleinen venezianischen Piazza befindet sich ein Kaffeehaus, das zum perfekten Aussichtspunkt wird, um die Intrigen, Geschäfte und Betrügereien zu beobachten, die ausgeheckt, verstrickt und ans Licht gebracht werden. Goldoni zeichnet einen scharfsinnigen Querschnitt durch eine Bourgeoisie, die sich dem Feilschen verschrieben hat und in der die Wechselfälle des Viertels - im übertragenen Sinne - zu denen der Stadt oder einer ganzen Gesellschaft werden. Es werden einige der unkontrollierbaren Dynamiken einer gewissen dunklen Seite der menschlichen Seele offengelegt: Geldgier, Spielsucht, Verleumdungslust, Eroberungslust. Trübe und tiefe Alchemien, in denen diese kleinen, großen Dämonen lauern, die uns zu Verhaltensweisen und Situationen treiben, die uns zum Paroxysmus, zur Farce, zur bitteren Lächerlichkeit treiben können. Der theatralische Mechanismus ist perfekt und der Ton des Stücks ist wirbelnd, ebenso wie die Spirale, in der die Protagonisten stecken geblieben sind. Um sie zu durchbrechen, muss jemand - oder etwas - in ihr Getriebe schlüpfen und es blockieren. Doch wenn die entartete Dynamik erst einmal aus den Angeln gehoben ist, stellt sich die Frage nach der Art des Gleichgewichts, das wiederhergestellt werden muss...
von
Carlo Goldoni
Bearbeitung
Emanuele Aldrovandi
Regie
Igor Horvat
mit (in alphabetischer Reihenfolge)
Antonio Ballerio, Pasquale Di Filippo, Marta Malvestiti, Marco Risiglione, Sacha Trapletti, Anahì Traversi, Annapaola Trevenzuoli, Massimiliano Zampetti
Szenen
Guido Buganza
Kostüme
Ilaria Ariemme
Musik
Zeno Gabaglio
Lichtgestaltung
Marco Grisa
Regieassistent
Ugo Fiore
Herstellung
LAC Lugano Kunst und Kultur