Ferdinando Bruni und Francesco Frongia widmen sich erneut dem Theater und der symbolträchtigen Figur von Oscar Wilde und bringen„Ein idealer Ehemann“, eine zutiefst moralische und überraschend aktuelle Komödie, auf die Bühne.
Das 1895 verfasste Werk behandelt eines der Themen, die Wilde besonders am Herzen lagen: die Doppelzüngigkeit, die Zweideutigkeit des Menschen. Wer kann schon behaupten, die Wahrheit wirklich zu kennen? Sind wir so ehrlich und aufrichtig, wie wir glauben? Waren wir immer untadelig?
Als brillante und bissige Komödie erzählt Ein idealer Ehemann die Geschichte von Sir Robert Chiltern, einem angesehenen Politiker und perfekten Ehemann für Lady Gertrude, der jedoch ein Geheimnis verbirgt: Vor Jahren hat er vertrauliche Informationen verkauft, um sich zu bereichern. Mrs. Cheveley weiß davon und ist bereit, ihn zu erpressen, um einen ebenso unrechtmäßigen Gefallen zu erlangen. Daraus entsteht eine Handlung voller Intrigen und Ironie, in der nichts so ist, wie es scheint.
Die Inszenierung von Bruni und Frongia spielt in einer unbestimmten Zeit. Der visuelle Leitfaden ist der Kontrast zwischen Schwarz und Weiß, sowohl in der Kleidung als auch im Bühnenbild, das von optischen Täuschungen und kinetischer Kunst inspiriert ist. Ein szenisches Universum, das den Zuschauer dazu einlädt, den Äußerlichkeiten nicht zu trauen und die Nuancen zu erfassen: Denn die Realität lässt sich nicht auf einen einfachen Dualismus reduzieren. Wir sind niemals ganz gut oder ganz böse; in jedem von uns koexistieren Grauzonen und Farben, die schwer zu verstehen und noch schwerer zu beurteilen sind.
„Das Werk von Oscar Wilde erneut zu studieren und auf die Bühne zu bringen, ist für uns ein Vergnügen und ein Ansporn“, erklären die Regisseure. „Wir glauben, dass die Zuschauer durch seine Worte jene gesunden Abwehrkräfte gegen den Konformismus entwickeln können. Seine Geschichten und Figuren führen uns nämlich zum Erwachen des kritischen Bewusstseins.“