erro. ist ein transmediales Forschungsprojekt des Komponisten und Critical Coders Alberto Barberis sowie der Performerin und Saxophonistin Bera Romairone, das Fehler und das Irren als Formen des Widerstands im algorithmengesteuerten globalen System untersucht. Das Projekt (www.erro.zone) entwickelt sich im Dialog zwischen einer hacktivistischen Praxis des „Algorithmbending“, einer musikalischen Performance mit digital erweiterten Instrumenten und einer interaktiven Lichtskulptur, die in Zusammenarbeit mit dem bildenden Künstler Rajan Craveri entworfen und realisiert wurde. Das wichtigste künstlerische Ergebnis des Projekts ist eine multimediale Performance mit gemischter Musik – emotional, eindringlich und anregend –, die die algorithmische Recheneffizienz und die Fehlerminimierung hinterfragt. Die Performance, die experimentelles Coding, gemischte Musik, neuen digitalen Instrumentenbau und interaktive Lichtskulpturen, bietet eine originelle Klangästhetik des Fehlers und eine elektroakustische Performance auf der Grundlage gehackter Algorithmen, die gleichzeitig neue Formen des sozialen Widerstands und des künstlerischen Aktivismus erforschen. Das Herzstück des kreativen Ökosystems des Projekts ist das „Algorithm-Bending“, eine Praxis der Sabotage und Veränderung von Code, die absichtliche Fehler auf niedriger Ebene in die Algorithmen der digitalen Signalverarbeitung für die Klangsynthese und -verarbeitung einführt. Diese Praxis des Missbrauchs zielt darauf ab, die Verwundbarkeit von Codes sowohl technisch als auch klanglich aufzudecken und die Algorithmokratie sowie die menschliche Handlungsfähigkeit in Frage zu stellen. Die Dramaturgie der Aufführung baut auf verschiedenen Algorithmen auf, die als Leitmotiv durch die verschiedenen Sätze ziehen. Der Prozess des Live-Bendings wird durch die zentrale Rolle menschlicher Körper und Gesten gesteuert, die durch die Augmentierung der Saxophone und der Körper der Darsteller verstärkt wird.
ERRO.
Bera Romairone / Alberto Barberis
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Saxophone
Bera Romairone
Komponist, Interpret
Alberto Barberis
Vielseitiger Künstler, Komponist, elektroakustischer Performer, Code-Künstler und Ingenieur mit Wohnsitz in der Schweiz, der in den Bereichen zeitgenössische und elektronische Musik, Coding-Art und audiovisuelle Produktion tätig ist. Er trat bei zahlreichen Festivals auf, darunter MA/IN (IT), MMT (IT), Spazio Musica (IT), Festival Aperto (IT), ZED Festival (IT), Seeyousound (IT), MCME (RU), Afekt (ET), Ars Electronica Garden (CH), FIT Festival (CH), SMC (CH), Nachtstrom (CH), die Biennale von Venedig (IT), TARA (AR), COMA (ES), CCMC (CO) und Electric Spring (UK). Er ist Dozent für elektronische Musik am Conservatorio della Svizzera Italiana (CH) und für Systeme zur computergestützten Musikkomposition an der Scuola di Musica Abbado (IT). Er ist Doktorand an der Universität Huddersfield (UK). Seine künstlerische Praxis verbindet Akustik und Elektronik, Programmierung, Robotik und künstlerischen Aktivismus und stützt sich dabei auf seine multidisziplinäre Ausbildung in klassischer Gitarre (IT), Komposition (IT, CH, UK), Film- und Medieningenieurwesen (IT) sowie aus seinen Interessen im Bereich der Digital Humanities. In Zusammenarbeit mit der Saxophonistin Bera Romairone präsentiert er seit 2022 weltweit audiovisuelle Werke. Parallel zu seiner künstlerischen Tätigkeit entwickelt er Anwendungen und Software für die Musikproduktion, den Unterricht, die Performance und das Critical Coding.
Als engagierte Künstlerin und Forscherin mit unstillbarer Neugier hat sich Bera Romairone auf Saxophon, Pädagogik, Kulturmanagement sowie zeitgenössische und experimentelle Musik spezialisiert. Sie lebt in der Schweiz, hat jedoch einen nomadischen Geist und eine Migrantenidentität. Geboren wurde sie in Ayacucho (ARG), wo sie ihre musikalische Ausbildung begann. An den staatlichen Universitäten von Buenos Aires (UNA, UBA) schloss sie ihr Studium der Musikwissenschaften ab. Sie studierte Politikwissenschaften, gab dieses Studium jedoch auf, als sie ein Stipendium vom Mozarteum Argentino erhielt, um ihr Musikstudium in den Niederlanden fortzusetzen. Anschließend studierte sie in Frankreich und in der Schweiz und verbrachte ihre Zeit mit großen Musikern und Saxophonmeistern. Zu seinen Abschlüssen zählen: ein Master in Performance und ein Master in Musikpädagogik an der Haute École de Musique de Lausanne (CH) sowie ein Master in Kulturmanagement an der Universität von Santiago de Compostela (ES). Seine Zusammenarbeit mit Komponisten, bildenden und Klangkünstlern, Tänzern und Performern hat zahlreiche interdisziplinäre Projekte hervorgebracht. In Zusammenarbeit mit dem Komponisten Alberto Barberis präsentiert er seit 2022 internationale Musik- und Bildungsprojekte. In Lausanne ist Bera Mitglied der Theatergruppe 2b, der Société de Musique Contemporaine und des Musiksekretariats der Stadtverwaltung. Derzeit promoviert sie in Hongkong.