Anlässlich seines 35-jährigen Jubiläums kehrt Icaro, das emblematische Werk von Daniele Finzi Pasca, ins LAC zurück, um das Publikum in die Gedankenwelt eines Träumers zu entführen. Seit seiner Uraufführung im Jahr 1991 wurde das Stück über 800 Mal aufgeführt, erreichte mehr als 280.000 Zuschauer in 25 Ländern und in verschiedenen Sprachen und wurde international ausgezeichnet.
„Icaro“, erklärt Daniele Finzi Pasca, „entstand sehr schnell, und die Proben dauerten nur zwei Monate. Danach habe ich es weiter verfeinert. Es ist ein einfaches Stück, so wie die Geschichten, die meine Großmutter erzählte. Sie hat mir das Geheimnis der Zubereitung von Gnocchi und Apfelkuchen beigebracht – wertvolle Rezepte, die ich dann systematisch in meinen Theaterkreationen verwendet habe. [...] Meine Großmutter, die ihre Küche nie verließ, entdeckte die Welt, indem sie ihre Familie zum Essen einlud. Ich bereite meine Stücke so vor, als wären sie Geschichten, die erzählt werden müssen, während man dem Publikum in die Augen schaut.
In Ikaros wollte ich von Hoffnung sprechen, indem ich einen Antihelden zum Leben erweckte, der aus dem gleichen Stoff besteht wie jeder von uns, den wir oft verlieren und den wir nur manchmal, für einen Augenblick, zu besiegen vermögen. Ich mache Theater aus Freude am Scheitern, daran, mich für einen Moment zu verlieren – eines der heilsamsten Dinge, die es im Leben gibt. Man verliert sich, wie man flieht. Eine innere Flucht offenbart uns, wer wir sind. [...]
Eine Aufführung ist für einen Schauspieler manchmal einer jener Orte, an denen er in sich selbst flüchten kann. Es sind Geschichten, die man erzählt, um sich jedes Mal verändert wiederzufinden. Ich mache Theater, um Tränen in die Augen der anderen zu zaubern; eine Art feuchte Massage für die Seele. Heute Nacht hoffe ich, Tränen in eure Augen zaubern zu können.“