Simona Gonella führt Regie bei „Fear no more“, einem Stück, das die vielfältigen Facetten der menschlichen Seele beleuchtet – mit der schonungslosen Schärfe der Geschichte von Virginia Woolfs „Mrs. Dalloway“ und der verstörenden, düsteren Leichtigkeit der zeitgenössischen Dramatikerin Francesca Sangalli.
Keine Angst mehr
Francesca Sangalli / Simona Gonella
Keine Angst mehr
Francesca Sangalli / Simona Gonella
Auf der Bühne setzt sich eine Autorin mit den Figuren eines ihrer Romane auseinander, mit ihrem Drang nach Existenz, mit ihrer Fähigkeit, zu reflektieren und diejenigen herauszufordern, die sie erschaffen haben. Clarissa und Septimus, die Protagonisten von „Mrs. Dalloway“, dessen hundertjähriges Jubiläum im Jahr 2025 begangen wird, sind Geister und Spiegelbilder, Doppelgänger der Autorin, Wesen, die dem Roman entfliehen, um – ganz im Sinne Pirandellos – darum zu bitten, erzählt zu werden.
Während Virginia über ihre eigene Existenz als Schriftstellerin nachdenkt, abgelenkt von Flugzeuggeräuschen, inneren Stimmen und Fragmenten des Alltags, unfähig, einen Anfang zu finden, der sie zufriedenstellt, bedrängen Clarissa und Septimus sie mit ihrem Drang zu existieren und von sich zu erzählen.
In „Fear no more“ verflechten sich Worte von Virginia Woolf, Neufassungen, poetische Fragmente und evokative Bilder. Und vor allem bleibt das Echo eines Verses aus William Shakespeares „Cymbeline“, den die beiden Figuren wie ein Mantra, wie ein Omen wiederholen: „Fear no more the heat o’ the sun / Nor the furious winter’s rages“. Denn nichts ist zu fürchten, nicht einmal den unvermeidlichen Tod, den es als letzten Zufluchtsort vor den Schwierigkeiten des Lebens anzunehmen gilt; die Angst selbst ist vielleicht das Einzige, wovon wir uns wirklich befreien können.
Partner di produzione
von
Francesca Sangalli
Regie
Simona Gonella
mit
Leda Kreider, Maria Laura Palmeri, Matthieu Pastore
Bühnenbild und Kostüme
Annamaria Gallo
Produktion
Qui e Ora, Manifatture Teatrali Milanesi, LAC Lugano Arte e Cultura
mit Unterstützung von
Claudia-Lombardi-Stiftung für das Theater Olinda