Zwischen archaischem Jodeln, Wiegenliedern, mündlicher Überlieferung und Improvisation vereint der Abend authentische, musikalische Praktiken, die tief im alpinen und volkstümlichen Gedächtnis verwurzelt sind. Bernhard Betschart und das Echo vom Schattenhalb lassen die Klänge des Muotatals mit Naturjodeln, Schwyzerörgeli-Tänzen und alten Rufgesängen wieder aufleben. Vent Negru erkundet das musikalische Erbe der Südalpen durch Balladen, Spontansingen und Erzählungen, während das Aba Trio mit dem einzigartig virtuosen Geiger Andreas Gabriel Barock, alpenländisches Repertoire und Improvisation zu einer instrumentalen Sprache von überraschender Freiheit verwebt.
Sonntag 30 August
Bernhard Betschart Akkordeon, Kontrabass, Büchel, Chlefäli
Echo vom Schattenhalb
Daniel Schmidig Schwyzerörgeli
Cornel Schelbert Schwyzerörgeli
Im abgelegenen Muotatal haben Rufe zwischen den Weiden und Lieder für das Vieh den Naturjuuz hervorgebracht, eine Form des mehrstimmigen Gesangs, bei der nicht die Perfektion des Klangs, sondern die Kraft des Ausdrucks im Mittelpunkt steht. Bernhard Betschart gibt die wechselnden Klangfarben zusammen mit dem Echo vom Schattenhalb wieder, einem Schwyzerörgeli-Duo, das überlieferte Tänzli, unerwartete Rhythmuswechsel und alte Gesangsrepertoires miteinander verwebt, zwischen Büchelgsätzli, Jüüzli und melancholischen Chuäreihäli, und so eine der archaischsten Ausdrucksformen der Musik der Zentralschweiz in die Gegenwart zurückbringt.
Vent Negru
Mauro Garbani Gesang, Organetto, Gitarre, Piva, Okarina
Esther Rietschin Gesang, Alt- und Sopransaxophon, Organetto, Okarina, Flöten, Percussion
Mattia Mirenda Gesang, Gitarren, Organetto, Mandoline
Seit 1991 widmet sich Vent Negru der Erforschung und Neuinterpretation von Liedern und Musik aus dem südlichen Alpenraum, die durch mündliche Überlieferung oder die Sammlungen der ersten Noten bis heute erhalten geblieben sind. Balladen, Wiegenlieder, Tanzlieder und Formen des «spontanen Gesangs» stehen neben neuen, von der Tradition inspirierten Kompositionen. 2025 hat die Gruppe den Schweizer Musikpreis erhalten. Mit ihren frischen Interpretationen gibt das Trio den Liedern von einst ein neuse Gesicht.
Aba Trio
Andreas Gabriel Violine
Björn Meyer Mandobass
Andi Pupato Schlagzeug
Unter der Leitung des Geigers Andreas Gabriel, einer der originellsten Persönlichkeiten der Neuen Volksmusik der Schweiz, erkundet das neu gegrüudete Aba Trio den Raum zwischen naturtöniger Tradition und Experiment und übersetzt alpine Gesangsformen wie Jüüzli und Zäuerli in eine ganz eigene instrumentale Sprache. Stücke aus alten Manuskripten und Volkstänze wie Schottisch, Mazurka und Ländler verschmelzen mit Improvisation neuen rhythmischen Impulsen und formen so eine tief verwurzelte, aber stets in Bewegung befindliche Musik, die zwischen Erinnerung und Neuerfindung schwebt.