Die südafrikanische Künstlerin Ntando Cele, die in der Schweiz lebt – Gewinnerin des Schweizer Preises für darstellende Künste 2023 –, bekannt für ihre fulminante Ironie, setzt ihre Auseinandersetzung mit systemischem Rassismus mit „Wasted Land“ fort, einem Werk, in dem sie die kolonialen Grundlagen der – oft weißen und eurozentrischen – Diskurse über Ökologie und Klimawandel hinterfragt.
Wasted Land
Ntando Cele
© Claudia Ndebele
Wasted Land
Ntando Cele
© Claudia Ndebele
Was bedeutet es für eine schwarze Frau von heute, „den Zusammenbruch der Welt zu betrachten“? Was bricht aus ihrer Sicht zusammen? Wenn sich systemischer Rassismus in Form einer nach wie vor westlichen und ihrer Gültigkeit so sicheren Ökologie manifestiert – wie sieht dann die „nachhaltige und erstrebenswerte“ Welt der Zukunft aus? Zusammen mit dem ägyptischen Komponisten Wael Sami Elkholy und den Sängerinnen und Performerinnen Brandy Butler, Françoise Gautier und Steffi Lobréau nutzt Ntando Cele das Beispiel der „Fast-Fashion“-Industrie, um eine musikalische Anklage gegen den ökologischen Neokolonialismus zu formulieren und unsere Vorstellungskraft zu wecken.
„Wasted Land“
ist eine poetische, multimediale, chorale und musikalische Performance, durchdrungen von Ironie und absurdem Humor, die in einer nahen futuristischen Dystopie spielt: Unsere Welt ist zu einem unbestimmten Zeitpunkt vom Klimawandel und verschiedenen Formen der Unterdrückung, darunter Rassismus, erschöpft. Wir erkennen die Schizophrenie dieser zukünftigen Gesellschaft, die hin- und hergerissen ist zwischen der westlichen Ökologie und den Bergen von Kleidung – mittlerweile giftiger Abfall –, die sich in den marginalisierten Regionen der Welt angehäuft haben.
Ntando Cele hinterfragt das besorgniserregende Fehlen indigener Gemeinschaften sowie der Länder Afrikas, Lateinamerikas und Indiens in den Diskussionen über Lösungen für den Klimawandel – als ob ein Teil der Welt noch keinen Platz in dieser zukünftigen Gesellschaft hätte, die zugleich fantasiert und verantwortungsbewusst ist und so sehr auf die „Lebenden“ bedacht ist.
Ein Requiem, gewidmet dem alten Traum von einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Welt – eurozentrisch, weiß und selbstreferenziell.
Multimedia-Inhalte
Wasted Land
Trailer
Partner di produzione
Konzeption und Regie
Ntando Cele
mit
Ntando Cele, Brandy Butler, Françoise Gautier, Steffi Lobréau
Komposition und musikalische Leitung
Wael Sami Elkholy
Beat
Soukey
Kostüme
Rudolf Jost
künstlerische und technische Zusammenarbeit
Sandro Griesser
Mitarbeit an der Dramaturgie
Raphael Urweider, Davide-Christelle Sanvee, Payal Parekh
Regieassistent
Joëlle Gbeassor
Klang
Janyves Coïc
Lichter
Demian Jakob
Video
Janosch Abel, Nicolas Gerlier
Requisiten
Mathieu Dorsaz
Regisseurin
Véronique Kespi
Lichtquellen
Cassandre Colliard, Julie Nowotnik
Videotechniker
Victor Hunziker
Kostümherstellung
Machteld Vis, Nora-Li Hess
Umsetzung von Szenen
Theaterwerkstätten Vidy-Lausanne
Produktion
Judith Martin, Marion Caillaud
Vertrieb
Elizabeth Gay
Produktion: Manaka Empowerment Prod.
Nina Sautter
Produktion
Manaka Empowerment Prod., Théâtre Vidy-Lausanne
in Koproduktion mit
DE SINGEL
Bonlieu – scène nationale Annecy
Maison Saint-Gervais, Genf
LAC Lugano Arte e Cultura
Dampfzentrale, Bern
mit Unterstützung von
Expédition Suisse (LAC Lugano Arte e Cultura, Gessnerallee Zürich, Theater Chur, Kaserne Basel, Théâtre St-Gervais Genf, Dampfzentrale Bern, Théâtre Vidy-Lausanne)
Kultur Stadt Bern
Swisslos – Kultur Kanton Bern
Ernst-Göhner-Stiftung
Pro Helvetia
Corodis
Loterie romande
Burgergemeinde Bern
Stiftungsfonds Porosus
Migros-Kulturprozen
Landis & Gyr Stiftung
Schweizerische Interpretenstiftung
in Zusammenarbeit mit
Residenz Schauspiel Leipzig
dank
Isabel Gygax, Ueli Kempter, Patricia Kafwamba Oguey