Unter den Gewinnerprojekten des PREMIO 2023 I’m not a hero behandelt das Thema Heldentum und seine zeitgenössischen Ausprägungen mittels physischem Theater: ein im Kreis sitzendes Publikum, zwei Körper, die sich aneinanderpressen, zwei Geschichten, die sich streifen, und all das versinkt in einer Pfütze guter Absichten.

Ausgehend von der Annahme, dass ein Held oder eine Heldin zu sein heute darin besteht, die eigene Komfortzone zu verlassen, um in alltäglichen Situationen zu handeln, in denen der andere Hilfe benötigen würde, fragen sich Kevin Blaser und Faustino Blanchut – Autoren und Darsteller auf der Bühne – welche Kräfte in die entgegengesetzte Richtung wirken.

Der Titel des Stücks bezieht sich auf eine Ausrede, hinter der man sich versteckt, um sich nicht zu exponieren, um nicht das Risiko einzugehen, verletzlich zu sein, und um die eigene Unfähigkeit zu rechtfertigen, manchmal aus einer Passivität herauszutreten, die es ermöglicht, im Komfort und in der Wärme der Anonymität zu verharren.

„Das Projekt“, schreiben Blaser und Blanchut, „entsteht aus dem Bedürfnis, die Beziehung zwischen dem Heroischen und dem Engstirnigen, zwischen dem Idealen und dem Banalen zu untersuchen. Wo positionieren wir uns, wenn die edelsten Entscheidungen uns bereits in einen endlosen Strudel von Schwierigkeiten zu stürzen scheinen? Lohnt es sich, zu versuchen, der Held zu werden, der wir gerne wären, oder ist es vielleicht besser, das jemand anderem zu überlassen? Wollen wir wirklich Helden sein? Ein Held zu sein bedeutet, die beste Version unserer selbst zu verkörpern, oder reicht auch das nicht aus?

In einer Gesellschaft, in der jede Entscheidung des Durchschnittsmenschen die bösartigen Strategien der dunklen Seite der Macht unterstützt oder bekämpft, können wir uns nicht immer aus der Komplexität der Welt befreien, um unser Handeln zu lenken. I’m not a hero wird versuchen, die große Verwirrung, die daraus resultiert, poetisch zu „besingen“.

Durch Humor, die Leichtigkeit akrobatischer Körper und die konkrete Nähe der Körper in Aktion wollen wir eine Ablenkung schaffen, die den Wert einer heldenhaften Tat ergründen kann. Eine Hommage an die guten Absichten, die nicht immer ausreichen, die aber angesichts der Herausforderungen, die sich uns unaufhaltsam stellen, nicht schwinden dürfen.“

di e con
Faustino Blanchut
Kevin Blaser

regia
Antoine Zivelonghi

scene e costumi
Amelia Prazak

disegno luci
Marzio Picchetti

musica
Cedric Blaser

produzione
Cie Fluctus

in coproduzione con
PREMIO – Premio d’incoraggiamento per le arti sceniche, LAC Lugano Arte e Cultura

con il sostegno di
Percento Culturale Migros, Accademia Teatro Dimitri, Fondazione Claudia Lombardi per il teatro, Fabriktheater – Rote Fabrik, Gessnerallee, Kaserne, Théâtre du Loup

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