Nach einem Auszug aus „Die Regeln des guten Benehmens in der modernen Gesellschaft“ von Jean-Luc Lagarce – einem zynischen und urkomischen Verhaltensratgeber, den der französische Autor 1993 verfasste – verbindet das Stück Schauspieltheater und Schattentheater und präsentiert die beeindruckende Mariangela Granelli, Gewinnerin des ANCT-Kritikerpreises 2020 als beste Schauspielerin, in der Hauptrolle.

Geboren zu werden ist nicht kompliziert, und auch zu sterben ist sehr einfach. Leben ist daher nicht unbedingt unmöglich. Man muss nur die Regeln befolgen und ihre Grundsätze anwenden, im Bewusstsein, dass es unter allen Umständen eine Lösung gibt, eine Art zu reagieren und sich zu verhalten. Das Leben ist nichts anderes als eine lange Abfolge kleiner Probleme, auf die jeder eine Antwort kennen muss.

Das ist der Gedanke der Protagonistin, Madame, die mit einer äußerst unterhaltsamen Etikette die Heucheleien des Zusammenlebens zerlegt und den doppelten Boden sinnloser Zeremonien aufzeigt, die uns in ihrer sich wiederholenden Zirkularität leiten.

In ihren Anmerkungen zum Projekt erklären Mariangela Granelli und Fabrizio Montecchi: „Wir haben die Bühne sofort als Klassenzimmer gesehen, das Publikum als Schüler eines Abendkurses über Regeln des guten Benehmens in der modernen Gesellschaft, Madame als strenge und unnachgiebige Lehrerin, unterstützt von einem Hausmeister – einem Allround-Bühnenhelfer. Man ist nicht im Theater, sondern im Klassenzimmer: Man ist nicht dort, um zuzuschauen, sondern um zu studieren und, wenn möglich, Codes, Konventionen, Etikette und Rituale zu lernen.“

un progetto di
Mariangela Granelli
Fabrizio Montecchi

da
Le regole del saper vivere nella società moderna di Jean-Luc Lagarce

regia e scene
Fabrizio Montecchi

con
Mariangela Granelli
Fabrizio Montecchi

figure e sagome
Nicoletta Garioni

musiche
Marcel Dupré
César Franck
Franz Liszt
Max Roger

luci
Anna Adorno
Cesare Lavezzoli

realizzazione scene
Giovanni Mutti

produzione
Teatro Gioco Vita, LAC Lugano Arte e Cultura

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